Jacobus de Voragine:
Legenda aurea, niederländisch. Blatt CXXII. Die legende van sinte felix und von sinte ponciaen (GWM 1152, C 6520).
Delft, Hendrik Eckert, 1499 u. 1500, Type 2. 2-spaltiges, 41-zeiliges O-Inkunabelblatt mit zwei 2-zeiligen roten Lombarden und zwei kolorierten Holzschnitten (9,1 x 6,5 cm). Im unteren Rand etwas fingerfleckig. Blattgröße: 18,9 x 26,8 cm. Wasserzeichen "Hand mit Manschette" (Abmessung: 45 x 21 mm, vgl. watermark.kb.nl, nicht bei Piccard) Incunabula text woodcut leaf.. Selten, weltweit nur in Brüssel und Berlin SB vorhanden! Kräftiger und sauberer Abdruck. Der Drucker Heynrick (Henrik) van Homberch (Homberck) stammte wahrscheinlich aus Homberg bei Duisburg. Sein erster datierter Druck erschien am 9. Januar 1498 in seiner Offizin "In den guldenen pot" in Delft. Sein letzter Delfter Druck erschien am Anfang des Jahres 1500 und schon am 6. März 1500 vollendete er sein erstes Druckwerk in Antwerpen (Geldner 1970, II 330 ff). Der italienische Prediger und Schriftsteller Jacobus de Voragine (Viraggio) aus dem heutigen Varazze bei Genua lebte von 1230 - 1298. Der Dominikaner Jacobus de Voragine fügte aus der Bibel, den Apokryphen, verschiedenen Akten sowie überlieferten Geschichten, die Lebensgeschichten der Heiligen zur Legenda Aurea. Das Werk in volkstümlicher lateinischer Sprache geschrieben, wurde zum populärsten religiösen Volksbuch des Mittelalter. Die deutschen Übersetzungen der Legenda Aurea wurden das Leben der Heiligen oder Der Heiligen Leben genannt. Zahlreiche Anzeichen deuten heute darauf hin, dass zwischen 1384 und 1421 im Umkreis des Dominikanerordens in Nürnberg eine neue Kompilationen der Heiligenlegenden entstand, die unter Einbeziehung der Legenda aurea, stärker auf den deutschsprachigen Glaubensraum bezogen waren. So wurden in diesem Legendar Bonifazius, Gallus, Kilian oder Magnus von Füssen aufgenommen. Dieser deutsche Legendar übertraf in seiner Verbreitung die Leganda Aurea. (Becker; Overgaauw: Aderlass + Seelentrost 2003, 219)
[Bookseller: Versandantiquariat Christine Laist]
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