Jetzerhandel - Jacobus de Marcepallo.
Tractatus in elucidationem cuiusdam hostie rubricate in vrbe inclita Berna.
[Basel, Adam Petri, 1510]. 4to. 10 Bll.nnum. Mit grossem Titelholzschnitt von Urs Graf (?). Marmorierter Pappband.. Einzige Ausgabe, von grösster Seltenheit. Wichtiges Dokument zum sogenannten "Jetzerhandel", der sich in den Jahren 1507-09 in Bern abgespielt hatte. Der Autor Jaques de Marchepallu, spätestens seit November 1504 in Genf ansässig, war Franziskaner und Doktor des Kirchenrechts. Er hatte im Auftrage des Bischofs von Lausanne, Aymon de Montfalcon, zu dessen Kirchenprovinz Bern gehörte, die kirchenrechtlich bedeutsame Frage zu klären, ob die zur Vortäuschung des Blutens für Jetzer rotgefärbte Hostie ihre heiligen Eigenschaften behalte oder nicht. Marcepallo verneinte dies und stellte die Annahme seines Ergebnisses dem Bischof und dem Papst anheim. Das Titelbild zeigt Jetzer mit seinen Wundmalen vor dem Altar liegend, auf dem Altar eine Pieta, links zwei Mönche und zwei Laien, darüber schwebend die Hostie. Frank Hieronymus im Kat. der Ausstellung "Oberrheinische Buchillustration" weist den Holzschnitt mit guten Argumenten Urs Graf zu und datiert ihn sowie das Buch auf 1508. - Oben und an der unteren rechten Ecke wasserrandig, unten etwas knapp beschnitten, die Lagensignatur B1 angeschnitten, sonst noch gut erhalten. - VD 16, J-135; Goff M-231 (1 Ex.); Panzer IX, 185, 243; Isaac 14360; Schreiber V, 4564; Hieronymus II, 47 u. Abb. 171,1..
[Bookseller: Stuttgarter Antiquariat]
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