ERTE (eigtl. Romain de Tirtoff) (23.11.1892 Petersburg - 21.4.1990 Paris).
(Kostüm für Revue-Girls?) Farbige Gouache über Bleistift. Signiert u. verso hs. bez. "N 2.963" sowie mit dem Stempel "ERTE Romain de Tirtoff" und datiert: "21.10.30" (35?). 1930. ca. 24 x 13,5 (Bl.: 38,6 x 28,2) cm.
. . vgl. Wichmann p. 305; Naylor Colin, Contemporary Designers. 1990 p. 159-160. - Kostüm für Ballett oder Tanz-Aufführung. Zwei Frauen in Ringkostümen, Ketten von Ringen an den Schultern und Hüften sowie Ringe auf Ober- und Unterarmen, das Motiv durch Einhaken wiederholt. Erte hatte auch für Ziegfeld gearbeitet. In Silberblau, Rotbraun, Rot, Dunkelblau. Zeichnung auf festem Bütten mit Trockenstempel im u.l. Eck: "J. WHATMAN CHOIX..." - Erte (23.11.1892 in Russland geboren) lebte seit 1912 in Paris, ist einer der bedeutendsten Art Deco-Künstler. Entwarf Kostüme für Paul Poiret (dem Sultan der Mode), Schmuck, Bühnenausstattung, Modegraphik u.v.a. Ab 1915 arbeitet Erte (die Anfangsbuchstaben seines eigtl. Namens) für das New Yorker Magazin "Harper's Basar" v. Hearst und später für Ziegfeld. Er arbeitet auch für den Broadwaykönig George White und für Hollywood. "Die amerikanische Neigung für Art Deco und funktionale Architekturelemente innerhalb des Films ging vor allem auf europäische Anregungen zurück, wie auf den Österreicher Joseph Urban, den Franzosen Paul Iribe und den Russen Romain de Tirtoff, genannt Erte... " (Wichmann p. 206). 1922 hat Erte Monte Carlo verlassen und läst sich in dem Vorort von Paris Sevres nieder. In den 20er Jahren reißen sich die großen europäischen Revue-Theater um seine Entwürfe: Folies-Bergere, Lido und Tabarin in Paris, die Scala in Berlin, das Palladium in London und immer wieder der Broadway (U. Harbrecht). Eines der (Ur- bzw. Jüngst)mythen des modernen Amerika, der "Modern Look" der Hughes und Hearst, ist von Erte geprägt. Alle vier Zeichnungen zeugen von diesem Neuen Geist. Als 1967 die Grosvenor-Gallery in New York Erte ausstellte, kaufte das Metropolitan Museum bereits vor der Eröffnung alle 168 Blätter. Seit 1968 hat Erte Druck-Graphik veröffentlicht und damit auch die Pop-Kultur beeinflußt. Jüngste Huldigung für den obsessiven Wahn von der schönen Konstruktion ist der Aviator (Silberpfeil), "a whip-crack mind for engineering". - Papier im äußerem Rand etwas bestossen und gebräunt. Unter Passepartout, verso mit Ausschnitt für Stempel u. hs. Bezeichnungen. Verso mit div. Bezeichnungen.
[Bookseller: Antiquariat Marcus Haucke]
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