Amsdorff, Nikolaus von.
Ein kurtzer außzug auß der Cronica Naucleri, wie untrewlich, aigenwillig und betrüglich die Bäpste zu Ro[m] mit dem Rhömischen Kaysern, Bevorab Teutsches nam[m]ens und bluts, gehandelt haben.
[Augsburg, Valentin Otmar], 1545.. 4°. Mit breiter Holzschn.-Titelbordüre. 66 nn. Bll. (das letzte weiß), Mod. HPgmt.. Zweite Ausgabe; die erste Ausgabe erschien 1535 in Magdeburg. - Der luth. Theologe Nikolaus von Amsdorff (bzw. Amsdorf; 1483-1565) studierte an den Universitäten Leipzig und Wittenberg, wurde 1502 Magister und war dort seit 1511 Lizentiat der Theologie und Kanonikus am Allerheiligenstift. Als Fakultätskollege seit 1516 einer der engsten Mitarbeiter Luthers, begleitete er diesen 1519 zur Disputation nach Leipzig und 1521 zum Reichstag in Worms. Er war beteiligt an der Bibelübersetzung und wurde von Luther zur Durchführung der Reformation u.a. nach Magdeburg entsandt, wo er seit 1524 das Amt eines Superintendenten und Pfarrers an St. Ulrich versah. Amsdorf lehnte die Wittenberger Konkordie ab und verfocht streitbar und kompromißlos die luth. Rechtfertigungslehre. 1542 wurde er zum Bischof von Naumburg ernannt. Um die Reinerhaltung der luth. Lehre bemüht, betrieb er die Gründung der Univ. Jena, die 1548 eröffnet wurde, und veranstaltete die Jenaer Ausgabe der Werke Luthers. Selbst hat er über 100 Druckschriften verfaßt. - Bei der im Titel genannten "Cronica Naucleri" handelt es sich um die erstmals 1516 (posthum) erschienene Weltchronik "Memorabilium omnis aetatis et omnium gentium chronici commentarii" des Juristen und Chronisten Johannes Nauclerus (um 1428-1510), die im 16. Jahrhundert große Verbreitung fand. - Schwach gebräunt u. vereinzelt min. stockfleckig. Wenige Zeilen mit alten Unterstreichungen in roter Tinte. - VD 16 N 173 (unter Johannes Nauclerus); vgl. IA 104.989; nicht bei Adams u. im BM STC, German Books.
[Bookseller: Antiquariat Wolfgang Friebes]
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