HERMAN(N), NIKOLAUS.
Ain Mandat Jhesu Chirsti (!), an alle seyne getrewen Christen,. In welchem er auff gebewt allen so jm inn der tauff verhaissen un(d) geschworen haben Dz sy, das verlorne Schloß (Den glauben( an seyn wort Dem teüfel widerumb abgwinnen sollen O.O. u. Dr.
(Augsburg, J. Ramminger) 1524 Kl.-4to. 8 Bl. (das letzte weiß). Mit großem Titelholzschnitt (Lamm Gottes) u. einer schmalen ornamentalen Randleiste. Br. (etwas braunfleckig, 2 Blatt am oberen stärker beschnitten). (MAP 14-45) Einer von etwa 10 Drucken im Jahr der Erstausgabe.- Nikolaus Herman(n)s erfolgreichste Schrift und eine der meistgedruckten Flugschriften der Reformationszeit. Zunächst anonym erschienen, wurde sie anfänglich sogar für eine Schrift Luthers gehalten. Hermanns spätere Bedeutung beruht vor allem auf seinen Beiträgen zur Entwicklung des evangelischen Kirchenliedes. In dem vorliegenden 'Mandat Jesu' wird zum erstenmal die literarische Form des Himmelsbriefes für die Zwecke der Reformation benutzt. Das Mandat kommt direkt von Jesus und evoziert die mittelalterliche Lehensordnung mit Jesus als Erbherrn, dem alle Getauften durch ihre Taufe gehuldigt haben. Der Stil knüpft an den Heliand an. Der Evangelist Matthäus erscheint als Kanzler, Paulus als Hauptmann. Alle werden aufgeboten, um das an den Teufel verlorene Schloß (das von den Papisten verfälschte Evangelium) zurückzuerobern. "Der zuerst seltsam anmutende, eigenartige und drängende Zuruf" (RE VII, 706) hat unter den Zeitgenossen großen Eindruck gemacht. Bis 1614 erschienen 27 Ausgaben, darunter Übersetzungen ins Böhmische und Dänische.- Kuczynski 1006; VD 16 H 2390; vgl. NDB 8, 628.
[Bookseller: Hamburger Antiquariat Keip GmbH]
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