GREIFFENBERGER, HANS.
Ein kurtzer begrif von gutten werckenn,.
dye gott behagen, un(d) der welt ain spot seynd, yetz ein grose klag, wye nyema(n)t mer guts thu, und aller Gotsdyenst undergee ... O.O. u. Dr. (Augsburg, M. Ramminger), 1524. Kl.-4to. 4 Bl. Mit breiter Holzschnitt-Titelbordüre. Neue Br. (WR 01-132) Einer von zwei Drucken im Jahr der Erstausgabe.- Hans Greiffenberger war einer der ersten, die sich in Nürnberg der Reformation anschlossen. Obwohl Maler, begann er, die evangelische Wahrheit zu propagieren und ließ um 1523/24 "mehrere von warmer evangelischer Frömmigkeit zeugende populäre Traktate drucken" (ADB 9, 651). Offenbar gehörte Greiffenberger nicht zu dem Kreis der "gottlosen Maler" in Nürnberg um Sebald und Barthel Beham, die durch die Ideen Karlstadts und Münzers beeinflusst waren. Dennoch bekam auch er als engagierter Laienchrist Ärger. Als er seine Kunst in den Dienst seines Glaubens stellte und einige antipapistische Bilder verfertigte, wurde er von dem damals noch vorsichtig operierenden Nürnberger Rat angeklagt und verwarnt. In der Abendmahls-Auffassung neigte er Zwingli zu, wovon ihn jedoch der Nürnberger Reformator A. Osiander abbrachte.- Die Titelbordüre zeigt die Apostel Petrus und Paulus, die Symbole der vier Evangelisten sowie Taube und Greif. Wie die Taube Symbol des H. Geistes so ist der Greif in der christlichen Ikonographie Sinnbild Christi, dürfte hier aber zugleich eine Anspielung auf Greiffenbergers Namen sein.- Will/Nopitsch I, 571; Kuczynski 937; VD 16 G 3151.
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