Frater Johannes (Hrsg.):
Speculum humanae salvationis cum speculo S. Mariae Virginis (lateinisch u. deutsch). (GWM 43054, H 14929, Schramm II, 521).
Augsburg, Günther Zainer, 1473. Type 2.. Einspaltiges, 34-zeiliges O-Inkunabelblatt mit einem Holzschnitt (12 x 7,2 cm) und einer 3-zeiligen Lombarde. Fachgerecht restaurierter Einriss im oberen Randbereich und den obersten 3 Zeilen. Kleine Wurmlöcher im Rand. Wasserzeichen: Ochsenkopf mit Kreuz- und Blumenstandarte. Blattgröße: 19,2 x 28 cm. Incunabula text woodcut leaf.. Blatt aus der Erstausgabe des Speculum humanae. Der Inkunabelkatalog (INKA) gibt an, dass das Werk möglicherweise auch im Kloster St. Ulrich und Afra gedruckt worden sein kann. Der Holzschnitt zeigt den, mit den Schriftgelehrten diskutierenden Knaben Jesus. Diese für den deutschen Sprachraum ungewohnte pädagogische Freiheit der offenen Diskussion, wird noch heute in der Redewendung "Das ist ja so laut, wie in der Judenschule" deutlich. Auch für den Holzschneider war ein mit Lehrern diskutierender Knabe nicht im Bereich ihrer Alltagserfahrung und sie stellten deshalb den Knaben Jesu als Lehrenden und Erhöhten dar. Die Textstelle im Neuen Testament lautet jedoch: "Nach drei Tagen fanden sie (seine Eltern) ihn im Tempel. Er saß mitten unter den Lehrern, hörte ihnen zu und stellten Fragen an sie. " (Lk. 2, 46).
[Bookseller: Versandantiquariat Christine Laist]
|