Mayronis (Maioranis), Franciscus de.
In primum sente[n]tia[rum] foecu[n]dissumum scriptu[m] sum co[n]flatus nominatus.
(Venedig, Boneto Locatello für Ottaviano Scotos Erben, 1504-1507). 4 Bde. in einem. 2 Spalten, 65 Zeilen. (2), 149, (1) Bll. 29 Bll., l. w. Bl. 22 Bll. 57, (1) Bll. Mit zahlreichen Holzschnittinitialen und vier schwarzgrundigen Druckermarken (Octavianus Scotus Modoetiensis). [Beigebunden] II: Ders. Quolibettales questiones [.] de obscurissimo carcere tenebrososq[ue]. 42, (1) Bll., l. w. Bl. Mit zahlr. Holzschnittinitialen und schwarzgrundiger Druckermarke am Schluß. Blindgepr. Schweinslederband der Zeit auf 4 Doppelbünden über Holzdeckeln mit leicht angeschrägten Kanten, mit zeitgenöss. hs. Deckeltitel und etwas späterem blindgepr. rotem Rückenschildchen. Dreiseitiger Rotschnitt. Reste von Schließen. Folio (327:232 mm). Hübsche Postinkunabelausgabe des Hauptwerks von Franciscus de Ma(y)ronis (um 1285-1328), seinem Sentenzenkommentar zum ersten Buch der "Sententiae" des Petrus Lombardus samt dem dazugehörigen "Quodlibet" (Diskussion). Der scholastische Theologe Franciscus von Meyronnes, ein Schüler von Johannes Duns Scotus, lehrte an der Universität Paris; später wirkte er als Prediger und Gutachter an der Kurie in Avignon, bevor er nach Piacenza übersiedelte, wo er auch starb. - Der schöne blindgeprägte Lederband zeigt am Vorderdeckel innerhalb eines breiten leeren Außenrahmens (Respektrand) eine Laubstabrolle mit Ranken und Blüten (Schunke, Schwenke-Slg.: Ranke 162); das Mittelfeld dicht mit Knospenstempeln (Schunke: Blattwerk 417) gefüllt. Das Mittelfeld des Hinterdeckels durch Streicheisenlinien in Rauten geteilt, diese jeweils mit einem Knospenstempel geziert. Über das verwendete Stempelmaterial einer Wittenberger Werkstatt (Schunke: Wittenberg Laubstab 283) zuschreibbar; ein ähnlich verzierter Einband umschließt eine Inkunabel in der Universitätsbibliothek Jena (vgl. Schunke II, 292). Ehemaliger Kettenband; das kleine Loch der Befestigung am oberen Rand des Hinterdeckels sichtbar; entsprechende unbedeutende Rostspuren am hinteren Vorsatzblatt. Am Titel zeitgenöss. hs. Besitzvermerk "Liber B.M.V. in Huisburg", der den Band als ursprünglichen Besitz des Benediktinerklosters Huysburg in Sachsen ausweist. Hernach im Besitz mehrerer herausragender Theologen: Zunächst ausgewiesen als Eigentum des erst 23jährigen Georg Calixt (1586-1656); sein hs. Besitzvermerk in roter Tinte oberhalb des Titels: "Georgius Calixtus | In acad. Jenensi. | anno | MDCIX". Der nachmalige Helmstedter Professor Calixt gilt als "der bedeutendste lutherische Ireniker des 17. Jahrhunderts und nimmt als solcher einen wichtigen Platz in der Geschichte des ökumenischen Gedankens ein" (NDB 3, 96). Darunter der hs. Besitzvermerk des Helmstedter Theologen Heinrich Rixner, datiert den 1. Adventssonntag 1670. Rixner (1634-92) studierte in Jena, übersiedelte aber 1656 zurück in seine Vaterstadt, wo er Privatkollegien eröffnete und 1673 Professor der Theologie wurde (vgl. ausf. ADB 28, 715). Am vorderen Innendeckel schließlich das gedr. Bibliotheksetikett der "Neander Library", der Sammlung des dt. Kirchenhistorikers Johann August Wilhelm Neander (1789-1850), die nach seinem Tode durch den amerikanischen Bankier Roswell S. Burrows (1798-1884) erworben wurde. Dieser schenkte Neanders Bibliothek der Rochester Theological Seminary in New York, wo sie als Separatbestand in der Institutsbibliothek aufgestellt wurde. - Der hübsche Einband etwas berieben; innen einige zeitgenöss. Anstreichungen. Insgesamt sehr schönes Exemplar mit bedeutender Provenienzkette. Adams M 948. Edit 16, CNCE 32827. OCLC 18930771. II: Adams 951. Edit 16, CNCE 32880. OCLC 18934582; 50161200 (wie hier beide Werke). Nicht bei BM-STC Italian. [Attributes: Hard Cover]
[Bookseller: Antiquariat INLIBRIS Gilhofer Nfg. GmbH]
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