STRAUSS, JAKOB
Wider den symoneischen tauff und erkauft(e)n ertichten krysem und oel,. auch warin die recht cristlich tauff (allain vo(n) Christo auffgsetzt) begriffen sey ein genötige sermon, gepredigett zu Eyssznach. O.O. u. Dr.
Augsburg, M. Ramminger 1523. Kl.-4to. 8 Bl. (das letzte weiß). Mit Holzschnitt-Titelbordüre. Neue Br. (Titel etwas angestaubt u. mit Prägestempel). (WR 02-147) Nach Misserfolgen in Wertheim wirkte Jakob Strauß als Reformator in Eisenach - "ein unruhiges, stürmisches Original, das mannigfach an Karlstadt erinnert. Mengung von Altem und Neuen Testament, von Geistlichem und Weltlichem, wissenschaftliche Bildung und Unklarheit in den praktischen Zielen, stolzes Bewusstsein seiner akademischen Würde und warmer Sinn für des Volkes Not, Stärke im Angriff gegen das Alte und Schwäche im Aufbau des Neuen charakterisieren diesen Mann, der wie ein Meteor plötzlich als fruchtbarer Schriftsteller erscheint und wieder verschwindet" (RE XIX, 92). Seit Anfang 1523 in Eisenach, schaffte er schon bald nach seiner Ankunft die lateinische Messe und die Taufe mit dem Tauföl (Chrisam) ab, indem er seiner Gemeinde in der vorliegenden Osterpredigt drastisch klarmachte, dass das Chrisam nur einen Erwerbsartikel der bischöflichen Kasse bilde. "In summa. Alles das sy (die Priester) auch in jrem ertichten gotesdienst fürnemen und volbringen, das schreyt on unterlaß gelt, gelt, gelt".- Einer von drei Drucken desselben Jahres. Exemplar aus der Sammlung Howard Osgood mit dessen Namenszug auf dem Titel.- Kuczynski 2584; VD 16 S 9512.
[Bookseller: Hamburger Antiquariat Keip GmbH]
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