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HUBERINUS, CASPAR

Zehenerley Kurtze Form zu Predigen. Welche in der Kirchen, im te(gliche)n gebrauch (seind). Für die armen P(redig)ern, nützlich unnd not(wendig).

      Nürnberg, J. Daubmann 1552. Kl.-4to. 14 Bl., 326 num. Bl., 6 Bl. mit 1 großen Textholzschnitt am Schluss. Geschwärzter Ldrbd d. Zeit auf Holzdeckeln mit Blindprägung von Rollen- u. Einzelstempeln u. 1 (von 2) Schließen (Deckel gewölbt, Lederbezug an den Kanten durchgeschabt u. teilw. lädiert, Vordergelenk gelockert, etwas braunfleckig, teilw. stärker staub- u. fingerfleckig, anfangs mit Nässespuren an den Rändern, Titel mit größerer Fehlstelle u. Textverlust, Bl. 197 mit am Rand hinterlegten Einrissen). (E 037588) Erste (einzige) Ausgabe.- Kaspar Huberinus (1500 - 1553) war 1522 als Student nach Wittenberg gekommen. Seit 1525 wirkte er - zunächst ohne kirchliches Amt - in Augsburg und Öhringen. Hier trat er entschieden für die Position Luthers im Abenmahlstreit mit den Zwinglianern ein. Seine Hauptwirksamkeit entfaltete er jedoch in vielen, teils mehrfach gedruckten Erbauungsschriften, die sich durch "eine gewisse Frische" (NDB) und "künstlerische Kraft" (RGG) auszeichneten.- VD 16 H 5624.- Zwei weitere Schriften angebunden: 2. GEORG III. v. ANHALT. Von dem hochwirdigen Sacrament des Leibs und Bluts unsers Herren Jhesu Christi, Vier Predigten ... Anno 1550. Corrigirt und gebessert. (Am Ende:) Leipzig, W. Günter, 1551. 8 Bl., 129, (1) num. Bl.; 13 Bl., 54 num. Bl., 1 Bl. weiß.- Zweite, um die vierte Predigt (mit separatem Titel und separater Paginierung) erweiterte Ausgabe. Georg III. von Anhalt, genannt der Gottselige, war der einzige fürstliche Kleriker, der nach der Reformation auch ein evangelisches Predigtamt übernahm. Von Luther ordiniert, wurde er 1544 geistlicher Koadjutor für das Bistum Merseburg, wo er schon seit vorreformatorischer Zeit (1518) Domherr war. Luther sah in Georg die lauterste und frömmste Persönlichkeit seiner Zeit. Er hat "in für seine Zeit einzigartiger Weise das Pfarramt und das ev. bischöfl. Aufsichtsamt als Seelsorgeamt verstanden" (NDB 6, 197).- VD 16 G 1333.- 3. DIETRICH, VEIT. Agend Büchlein für die Pharrherrn auff dem Land. (Nürnberg, J. v. Berg u. U. Neuber), 1544. 108 Bl. Mit Holzschnitt-Titelbordüre u. Druckermarke am Schluss (Ränder am Ende mit stärkeren Nässespuren u. kl. Wurmspur im Bund, die letzten 18 Bl. mit Randfehlstellen am oberen Rand, die letzten 4 Bl. dadurch mit geringf. Buchstabenverlust).- Dritte Ausgabe dieser wichtigen, zuerst 1543 erschienenen lutherischen Kirchenordnung, die in Nürnberg bis 1799 in Gebrauch war (NDB 3, 699; zur Datierung der einzelnen Auflagen vgl. RE IV, 656). Veit Dietrich war in Wittenberg Luthers Haus- und Tischgenosse gewesen. Als persönlicher Vertrauter Luthers begleitete er diesen 1529 zum Marburger Religionsgespräch und 1530 auf die Veste Coburg, von wo aus Luther die Verhandlungen um die Augsburger Konfession kritisch verfolgte. Besonderes Vertrauen genoss er auch bei Melanchthon, der an Dietrich schon früh dessen "singulare ingenium et singularem eruditionem" rühmte (RE). Ende 1535 kehrte Dietrich als Pfarrer in seine Heimatstadt Nürnberg zurück.- VD 16 A 639.

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