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Maurolico, Francesco, OSB.

Opuscula mathematica.

      Venedig, Francesco de Franceschi, 1575. (20), 285, (1) SS., l. w. Bl. Mit Holzschnittdruckermarke am Titel und zahlr. Textholzschnitten. (Dabei) Ders. Arithmethicorum libri duo. Ebd., 1575. (8), 175, (15) SS., l. w. Bl. Mit Holzschnittdruckermarke am Titel und anderer Druckermarke am Schluß des Textes. Flexibler Pergamentband der Zeit mit hs. Rückentitel. Bindebänder fehlen. 4to Erste Ausgabe des Hauptwerks. - Der Benediktinerabt und Universalgelehrte Francisco Maurolico (1494-1575) aus Messina entstammte einer griechischen Familie (Mavrolykos; "Schwarzwolf"), die nach der Eroberung Konstantinopels nach Sizilien geflüchtet war. Sein Vater war Arzt am byzantinischen Kaiserhof gewesen (in Sizilien übte er das Amt des Münzmeisters aus). Maurolico galt als größter Geometer seiner Zeit; ab 1569 war er Professor an der Universität Messina. "Only a few of his works were printed, although these are enough to show him as an outstanding scholar" (DSB). Der Astronom, Architekt und Historiker gab die Werke antiker Mathematiker (Archimedes, Euklid, Apollonios von Perge) heraus und stellte auch eigene astronomische Beobachtungen an. Insbesondere beobachtete er dieselbe Supernova, die Tycho Brahe 1572 im Sternbild der Kassiopeia wahrnahm. Anders als Tycho publizierte er seine Entdeckung jedoch nicht; seine Notizen wurden erst 1960 entdeckt. - In seinem großen Hauptwerk, den "Arithmeticorum Libri Duo", führte er erstmals einen Beweis mit Hilfe der vollständigen Induktion. Das Verfahren findet sich dann erst wieder 1654 bei Blaise Pascal und 1659 bei Pierre de Fermat und wurde durch Gottlob Frege zum allgemein gültigen Beweisverfahren in der Mathematik. "Shows considerable originality in the treatment of figurate numbers" (Smith). Die vorangestellten "Opuscula mathematica" umfassen sieben kleinere Schriften, die Maurolico in seiner Vielseitigkeit zeigen, darunter über die Musik, Gnomonik, astronomische Instrumente, Astronomie (mit einer Kritik des Kopernikus), Chronologie und Komputistik etc. Die selbständig paginierten "Arithmethicorum libri duo" mit eigenem Titelblatt werden im Inhaltsverzeichnis als Folgeband angekündigt und bilden somit den zweiten Teil. - Selten; seit 1950 nicht auf deutschen Auktionen. Sehr schönes Exemplar aus der berühmten Bibliothek des Benediktinerstifts Kremsmünster (OÖ) mit entspr. altem hs. Besitzvermerk am Titel und kl. Etikett am Vorderdeckel. Abt Alexander Fixlmillner, ein Förderer von Kunst, Wissenschaft und auch der Stiftsbibliothek, ließ 1748-58 im Kloster einen "Mathematischen Turm" mit Sternwarte errichten, der bis heute eine wesentliche naturwissenschaftliche Arbeitsstätte darstellt. Edit 16, CNCE 28131. Smith 348 und 350. Riccardi I (2), 141. Adams M 919. BM-STC Italian 428. DSB IX, 191. Kat. Dt. Museum, Libri rari, 186. Honeyman 2182. Macclesfield 1344 (Sotheby's, 14. 4. 2005, £8,000).

      [Bookseller: Antiquariat INLIBRIS Gilhofer Nfg. GmbH]
Last Found On: 2009-03-10          Check current availability from:     ABEBooks


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