[Missale Romanum].
Missale secundum conscietudinem Romanae curie.
Nürnberg, Georg Stuchs von Sulzbach, 1484.. 251 (statt 255) Bll. Gotische Type, 29-30 Zeilen, 2 Spalten (Register am Schluß: 3 Spp.). Durchgehend im Rot- und Schwarzdruck mit eingedruckten roten Lombardinitialen; die erste Initiale ausgespart. (Beigebunden) II: [Sequentie de tempore & sanctis per totum annum]. (Straßburg, Johann Knobloch d. Ä., 17. Juli 1516). XXV Bll. (ohne die 4 Bll. Vorstücke). Etwas späterer (um 1550) blindgepr. dunkelbrauner Lederband über Holzdeckeln (Kapitale fachmännisch restauriert). 1 Schließe (von 2). Dreiseitiger Farbschnitt (wohl im 17. Jh. hinzugefügt). 4to.. I: Das erste Buch aus der Offizin von Georg Stuchs, neben Radoldt der maßgebliche Drucker von Liturgica im späten 15. Jahrhundert. Es fehlen das erste w. Bl., das w. Bl. nach dem Kalender zu Beginn (fol. 8) sowie 3 Blätter des Textes (ff. 10 und 15-16). - Beigebunden der Text eines seltenen Straßburger Abrisses zur Vorbereitung von Sonn- und Festtagspredigten (es fehlen die 4 Bll. Vorstücke mitsamt dem Titelblatt sowie das l. w. Bl.). - Teils leicht fingerfleckig; gegen Ende mit Wurmgängen im Text. Die Beibindung großteils zeitgenöss. in roter Tinte regliert und zeilenweise liniert. Provenienz: Am fliegenden Vorsatz Schenkungsvermerk des damals 34jährigen Buchbinders Ernst Friedrich Zobel (1687-1756): "Den 20. September 1721 habe ich Endesbenandter die Ehre gehabt das Hochlöbl. Closter Weisenvä (?) zu besehen, woselbst mir gantz unverdienet viele Ehre erwiesen worden, wofür ich gehorsamsten Danck abstatte, und habe zum Andencken meiner Wenigkeit dieses Buch dahin verehren wollen". Zobel, der seinen Namen später zu "Bezol" anagrammatisierte, wanderte als Buchbindergeselle durch Deutschland und "wurde nach seiner Rückkehr nach Altdorf 1727 Adjunkt der Teutschen Schule, später deren Präzeptor und kaiserlicher Rat. Er führte einen ausgedehnten Briefwechsel und initiierte eine erfolgreiche Bibel-Lotterie, deren Gewinn zur Erbauung der Stadtkirche in Altdorf verwendet wurde" (DBE). - Am vorderen Innendeckel Exlibris "From the Library of George Dunn of Woolley Hall, Maidenhead". Der Bibliophile und Paläograph Dunn (1865-1912) war Mitglied der von Robert Proctor gegründeten Type Facsimile Society sowie der Bibliographical Society. Zu seinen Sammelgebieten zählten außer Handschriften und Wiegendrucken (von denen er über 1300 besaß) auch Astronomie, Horologie und Baumkunde. Seine Sammlung wurde 1913-17 bei Sotheby's an vier Terminen versteigert. Dunns ansprechend schlichtes typographisches Exlibris schuf um 1898 der Maler und Grafiker Edward Burne-Jones unter Verwendung der von William Morris (in Anlehnung an Jensons venezianische Lettern) entworfenen "Golden Type"; gedruckt wurde es in Morris' berühmter "Kelmscott Press". - Hain/C. 11384. Goff M-697. Proctor 2259. Panzer II, 197, 141. BMC II, 467. BSB-Ink. M 462. GW V, 14. Polain 8012. Oates 1088. Weale, S. 135. ISTC im00697000. - II: VD 16, S 5979. Muller II, 133, 180. Ritter 2118. Schmidt (Knobloch) 118. Nicht bei Proctor, Benzing oder Adams.
[Bookseller: Antiquariat Inlibris, Gilhofer Nfg. GmbH]
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