Hierokles von Alexandria (gest. Mitte des 5. Jh.)
In aureos versus Pythagorae opusculum.
Padua, Bartholomaeus de Valdezoccho, 1474. 1. Ausgabe. Provenienzexemplar. 4°; 20 cm hoch, 15,5 cm tief. 91 (statt 92) Bll., a-k8 l6 m5 (letztes leeres Bl. fehlt). 24 Zeilen pro Seite (Textspiegel: 132 x 76 mm). Ganzleder. Sehr Guter - Guter Zustand. Lateinische Übersetzung durch Joannes Aurispa. Ganzlederband des späten 19. Jh. (GW 12409 Goff H-151) Wunderbar erhaltene Erstausgabe in prachtvollem roten Ledereinband des 19. Jahrhunderts. Es handelt sich hierbei um einen Kommentar zum "Goldenen Gedicht" der Phytagoreer, das einzige vollständig erhaltene Werk des Neoplatonikers Hierokles von Alexandria. Der Text wurde durch den sizilianischen Humanisten Giovanni Aurispa (1376-1459) ins Lateinische übersetzt, der die griechische Handschrift 1441 in Venedig erstand. Die dem Text vorangestellte vierseitige Widmung richtete Aursipa an Papst Nicolas V. (1447-55). Eine ausgesprochene Besonderheit dieser Ausgabe sind die handgestempelten Lagenzählungen, die aus einer Reihe von bei Valdezoccho [auch: Val de Zoccho] gedruckten Werken aus dem Jahre 1474 bekannt sind. Bei einer Neubindung wurden diese häufig durch den Buchbinder abgeschnitten, was im vorliegenden Fall für die Lagen i-m zutrifft. Bei den Lagen a-h sind diese außergewöhnlichen Stempel jedoch erhalten. Weiterhin sind der ausgesprochen breite Rand sowie die frühe romanische Drucktype wichtige Merkmale, welche die besondere Ästhetik des vorliegenden Bandes unterstreichen. Prachtvoller roter Ganzlederband des späten 19. Jahrhunderts mit dezenten goldenen Rückenprägungen sowie feinen goldgeprägten Bordüren auf Deckeln, Innen- und Stehkanten. Dreiseitiger Goldschnitt. [Zustand des Einbandes: 1-2 / Zustand des Papiers: 2+ / Sonstige Anmerkungen: Die Inkunabel befindet sich innerlich wie äußerlich in wunderbarem Zustand. Die Kanten und Ecken des Einbandes sind nur leicht berieben, die rote Farbe des Leders kräftig und leuchtend. Kleines Bibliotheksschildchen auf dem vorderen Deckel. Das Papier ist nur sehr leicht gebräunt und bis auf wenige schwache Flecken makellos. Auf dem vorderen Spiegel findet sich das gedruckte Exlibris John Vertues, Bishop of Portsmouth (1826-1900), der den Band im Jahre 1894 dem Stonyhurst College in Lancashire vermachte. Ein prachtvoll erhaltenes und schön gebundenes Exemplar dieser gesuchten Erstausgabe.] Hierokles (gest. Mitte des 5. Jh.) war ein Schüler des Plutarch von Athen (ca. 350 - 431 oder 433). Er hielt stets an seinem Heidentum fest und vertrat die Ansicht, dass die göttliche Vorsehung und der freie Wille des Menschen durchaus miteinander zu vereinbaren waren: "Die wichtigsten Quellen für die Kenntnis der Philosophie des H. bilden sein Kommentar zum Goldenen Gedicht der Pythagoreer und das von Photius referierte Werk Peri Pronoias (Über Vorsehung). Der oberste Gott übt als Demiurg seine Vorsehung durch Engel aus, was aber mit dem freien Willen vereinbar bleibt." (BBKL, Bd. II, Sp. 817).
[Bookseller: Bibliopegi GmbH]
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